In der Münchner Isarvorstadt befindet sich die Papa-Schmid-Straße. Waschechten Münchnern und „Zuagroasten“ dürfte sie als Verbindung von Innenstadt mit dem szenigen Glockenbachviertel bekannt sein. Benannt ist sie nach Josef Leonhard Schmid, einem Versicherungsangestellten, der 1858 erstmals ein Marionettentheater für Kinder in München eröffnete. Zusammen mit dem Grafen Franz von Pocci – Sie ahnen es schon, nach ihm ist die Münchner Poccistraße bekannt – zeigte Schmid in seinem Theater unter anderem Kasperlkomödien und Ritterstücke. Das Marionettentheater war nicht nur den Kindern vorbehalten, auch Erwachsene durften es schließlich besuchen. Und so wurde sein Leiter zu einer Vaterfigur für die Münchner, die ihn liebevoll „Papa Schmid“ nannten.

Übrigens gibt es das Münchner Marionettentheater bis heute. Sie finden es in der Blumenstraße 32, also unweit der jetzigen Papa-Schmid-Straße.

Gelernt aus der Audiotour des Münchner Stadtmuseums.