Unser Partner signtime hat eine Gebärdensprachführung für das Memorium Nürnberger Prozesse umgesetzt, die dort ab Juni 2017 im Einsatz sein wird. Dann läuft der Videoguide auf unseren Luma Touch-Audioguides vor Ort.

Die deutsche Gebärdensprache (DGS) darf man sich nicht als eine Ableitung des gesprochenen bzw. geschriebenen Deutschen vorstellen, sie ist eine vollwertige Sprache. Ihre Sätze sind anders strukturiert, die Grammatik eigenständig. Eine einzige Gebärde drückt verschiedene Bedeutungsbestandteile aus!

Für den Video-Guide wurden die Texte des Memorium-Teams von Rafael Grombelka übersetzt. Er ist staatlich geprüfter gehörloser Gebärdensprachdolmetscher und -übersetzer. Außerdem ist er native signer, das heißt, er ist mit der Gebärdensprache als Muttersprache aufgewachsen. Bekannt ist er manchen vielleicht auch als Gebärdensprachdolmetscher aus der Tagesschau.

Für die Übersetzung der Texte arbeitete Herr Grombelka mit einem Team aus gehörlosen und hörenden KollegInnen zusammen. Zunächst besprachen sie die zu übersetzenden Texte, dann wurde eine erste Version der Übersetzung gefilmt. Es folgten Kontroll- und Korrekturschleifen: Die Übersetzung wurde kontrolliert und wo notwendig korrigiert. Die finale Version der Führung in Gebärdensprache zeichnete signtime schließlich in einem professionellen Aufnahmestudio auf, ergänzt wird sie durch Bildeinblendungen. Möglich wäre alternativ auch die Filmaufnahme direkt vor den Exponaten, was sich in diesem Fall jedoch nicht anbot.

Die Videos des Memoriums sind zusätzlich mit schriftsprachlichen Texten untertitelt. So können die Zuschauer – oder auch eine Begleitung – bei Bedarf mitlesen, denn dem Kunden war wichtig, dass bestimmte Begriffe „nachlesbar“ sind. Mit den Untertiteln ist das Angebot auch für spät ertaubte Menschen und all jene nutzbar, die zusätzlich zu DGS auf Schriftsprache zurückgreifen möchten. Und es lädt dazu ein, auch als Hörender die DGS kennenzulernen! Wir hoffen nun auf viele Gäste für diese Führung.