Was täte Bayern ohne sein Logo, die blau-weißen Rauten. Sie gehören zum Bayern-Image wie Bier, BMW, Neuschwanstein. Gäbe es sie nicht, man müsste sie erfinden. Und das führt zur Frage: Wo kommen die Rauten eigentlich her? Wer hat sich das „Logo“ – das natürlich vor allem ein Wappen war und ist – zuerst auf die Fahnen bzw. aufs Schild geschrieben?

Die Antwort erfährt man im Kreismuseum Bogenberg in Bogen: Es waren die Grafen von Bogen! Berthold III. und Albert IV. nahmen das Rautenwappen an, nachdem ihre verwitwete Mutter Ludmilla ein zweites Mal geheiratet hatte. Ihr erster Mann war Graf Albert III. von Bogen gewesen, der zweite war ein Herzog: Der Wittelsbacher Ludwig I. Ludmilla machte mit dieser Vermählung also einen ordentlichen Karrieresprung. Wollten sich die Söhne mit dem neuen Wappen vom Stiefvater abgrenzen? Wie dem auch sei: Beide Söhne verstarben kinderlos, so dass sowohl das Rautenwappen als auch das Bogener Land an die Wittelsbacher fielen. Ludmillas Enkel übernahmen die Bogener Rauten in ihr Wappen und machten sie zu Bayerischen Rauten. Für das Jahr 1247 ist das erste wittelsbachische Rautensiegel belegt.

Der Audioguide für das Kreismuseum Bogenberg wird aktuell erarbeitet; er wird nicht nur durchs Museum, sondern auch über den Bogenberg selbst führen, den „Heiligen Berg Niederbayerns“. Geplant ist eine dialogische Führung in zwei Sprachversionen.